Birkenkopf Aktuell

Fa. Altus plant die bestehenden Windanlagen auf dem Birkenkopf durch 2 neue zu ersetzen.
Eine Anlage soll auf dem Gelände der Fa. Altus stehen, die andere auf gemeindeeigenem Grund von Bisterschied.
Hat das höchste Windrad der 3 alten Anlagen eine Höhe von ca.134 m, sollen die neuen Windräder eine gigantische Höhe von 245,5 m haben. Mit einem Rotordurchmesser vom 163 m was eine Rotorfläche von ca, 21.000 qm für ein Windrad ergibt.
Damit man sich mal diese gigantischen Ausmaße vorstellen kann, eine Fotomontage aus der Sicht Dörrmoschels:

Neue Anlagen Birkenkopf
Neue Anlagen Birkenkopf

Dörrmoschel, muss schon seit letztem Jahr die 3 Anlagen Spreiterhof in der Höhe von 205 m ertragen. Nun sollen auch noch 2 Anlagen von 245,5 m den Rest des Dorfes erschlagen. Aber auch Bisterschied, Teschenmoschel, Schacherhof und bei der Höhe auch Schönborn sollen mit den Auswirkungen leben.

Anlagen Spreiterhof
Spreiterhof

Hatte im Umweltbericht Birkenkopf_2017 neu Bisterschied noch festgelegt, das bei neuen Anlagen eine max. zulässige Höhe 215 m sein soll, ist davon keine Rede mehr.
Hier geht es nicht den Fortschritt ausbremsen zu wollen, sondern kritisch zu hinterfragen. Es geht um unsere Gesundheit, unsere Lebensqualität und Schutz unserer Tier- und Pflanzenwelt.

Jeder von uns hat das Recht auf Gewährleistung der Unbedenklichkeit für Leib und Leben und für alle Gemeinderäte in den betroffenen Dörfern sollte dies oberstes Gebot sein. Vorrangig vor finanziellen Anreizen.

Grundsätzliches:
Für den produzierten Strom aus Windenergie fehlen Speichermöglichkeiten. Der geplante Trassenbau wird noch viele Jahre dauern und momentan müssen wir Atom-und Kohlestrom aus Polen/Frankreich einkaufen um einen Blackout zu verhindern. Warum will man dann die alten Anlagen abreißen ? Diese können noch locker, lt. Aussage von Altus, 25 Jahre laufen.

Infraschall:
Auf der Infoveranstaltung in Bisterschied behauptete Altus, nichts von der Forschungsgruppe von Prof. Vahl Uni Mainz zu wissen.
Hier Auszüge aus dem Interview der ‚Allgmeinen Zeitung‘ Mainz mit Prof. Vahl, Chefarzt der Herz-und Thoraxchirurgie, Uni-Klinik Mainz, vom 06.03.2018:

„Windkraft-Störsender fürs Herz: Mainzer Forscher untersuchen Folgen des Infraschalls“

AZ: Welche Fragen haben sie sich beim Infraschall gestellt!
„Wir wollten einfach qualitativ wissen, ob die direkte Applikation von Infraschall auf das Herzmuskelgewebe Auswirkungen auf die Kraftentwicklung hat.
AZ: Welcher Art sind diese Auswirkungen?
“Wenn die Aortenklappe, die den Blutstrom vom Herzen zum Körper regelt, verkalkt und damit verengt ist, ändert sich der Blutstrom und damit das Strömgeräusch. So wird etwa diskutiert, ob dieser veränderte Schall an der Entstehung gefährlicher Aussackungen nach Einengungen beteiligt ist.”
AZ: Und wie wurde das gemessen?
„Um zu prüfen, ob Infraschall einen direkten Effekt auf die Kraftentwicklung hat, haben wir einen Lautsprecher
mit einem Herzmuskelstück verbunden. Als Lautsprecher dient ein spezeieller Industrievibriator, der kleinste
Schwingungen im Infraschallbereich auf das Präparat überträgt.“
AZ: Und welche Effekte hatte nun der Infraschall?
„Zum gegebenen Zeitpunkt kann man sicher sagen das Infraschall unter Messbedingungen die vom isolierten Herzmuskel entwickelte Kraft vermindert, unter bestimmten Bedingungen geht bis zu 20% verloren.Die grundsätzliche Frage, ob der Infraschall Auswirkungen auf den Herzmuskel haben kann, ist damit beantwortet:

Infraschall hat eine hohe Reichweite und wird weder durch Fenster, noch durch Mauerwerk gedämpft!
Je höher die Anlagen, desto mehr verlagert sich das von ihnen erzeugte Schallspektrum in den niederfrequenten Bereich: Infraschall. Ginge es hier um Fragen der Arzneimittelsicherheit, wären bei solchen Studien längst Warnungen wegen Nebenwirkungen ausgesprochen worden oder es hätte sogar einen Vertriebsstopp gegeben.
Selbst das Umweltbundesamt muss zugeben, Zitat:
„Das Umweltbundesamt schließt Gesundheitsschäden durch eine kurz-und langfristige Exposition gegenüber Infraschall ebenfalls nicht aus…… Insofern bedarf es dringend epidemiologischer Studien, die das genauer untersuchen.“

Naturschutz:
Die neuen Anlagen sollen zum Schutz von Rot- und Schwarzmilan von März bis August abgeschaltet werden. Bei Starkregen, –wind und nachts bleiben sie in Betrieb. Alle Rotmilane nach August sind extrem schlaggefährdet. Gerade im Herbst halten sich sehr viele bei uns auf. Fragt mal unsere Landwirte, wenn sie im Herbst ihre Äcker bestellen. Regelmäßig sind sie auf ihrem Trecker umringt von Greifvögel.

Für den Schutz unserer Kraniche  soll nur an Hauptzugtagen verbunden mit schlechter Sicht abgeschaltet werden. Pech für die Spätzieher, die ausserhalb der Hauptzugzeit gerne bei uns vorbeikommen und rasten.  Hier wird versucht, den Artenschutz makaber durch Abschaltzeiten und Missachtung der gesetzl. Schutzzonen auszuhebeln. Bei dieser ganzen Abschalterei stellt sich natürlich auch die Frage der Wirtschaftlichkeit und das Argument, „der Beitrag zur Energiewende“ bekommt einen schalen Beigeschmack.
Hier geht es wohl doch mehr um Geschäftsprojekte, als um Energiegewinnung.

                        Lassen wir uns nicht für dumm verkaufen!

Bleiben wir kritisch und hinterfragen. Damit wir auch 2030 noch lebenswerte Dörfer und liebenswerte Naturräume haben.

Helmut Faller, VG Ratsmitglied, Bauauschussmitglied                                            Margrit Franke, Mitglied Gnor

 

Ein Gedanke zu „Birkenkopf Aktuell“

  1. Wie immer!
    Unsere Politik schläft seid Jahren und die Einwohner merken es viel zu spät und haben Angst wegen ihrer „Gewinne“.
    Diese Informationen sagen ALLES.

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