Die Moschel

moschel

Der kleine Gebirgsbach entspringt südöstlich von Dörrmoschel und fleisst entlang der Strasse durch Teschenmoschel, weiter nach Finkenbach, Obermoschel und mündet schließlich in der Alsenz . Rund 20 km ist er lang und schlängelt sich längs der Strasse von Ort zu Ort, wo viele seinen Namen tragen.
Was bedeutet nun Moschel. Die Anwohner sind sich da nicht immer einig. Einige meinen es kommt von Muschel. Schließlich haben ja Dörr- und Teschenmoschel diese in ihrem Wappen. Andere meinen von moscheln, was mauscheln bedeutet, man es aber lieber als murmeln interpretiert.
Um die Entstehung des Namens zu erforschen muss man tief in der Geschichte graben. Durch die Jahrhunderte erfuhr der Name immer wieder andere Aussprachen, vom keltischen ins althochdeutsche und nicht zuletzt ins pfälzische. Die Bedeutung jedoch blieb immer gleich. Die Grundform des Namens Moschel ist Muskala von gm. Muska welches Moos bedeutet. Dies wurde im mundartlichen Muusch,  aber auch Moosch genannt. Wie Teschenmoschel das mundartliche Tesche für ‚Talmulde’ enthält.
Nun wissen wir, unsere murmelnd, mauschelnde Moschel bedeutet Moosbach.

moschel-028
Foto:M.Franke

Durch unser Tal mäandert sie entlang der Waldränder und zeigt sich selten freiliegend zwischen Wiesen und Felder. Immer wieder säumen Weiden, Erlen und Eschen den geschwungenen Verlauf. Im Frühjahr ist die Moschel gesäumt von vielen Schneeglöckchen, aber auch die Buschwindröschen fühlen sich wohl in seiner Nähe. Das Mädesüss (Filipendula) gedeiht prächtig an den feuchten Wiesenabschnitten. Die Blüte ist begehrt bei vielen Insekten, aber auch ein Sirup aus den Blüten schmeckt köstlich.  Kleine Krebse und winzige Kröten fühlen sich wohl in unserer Moschel und dienen Fischreiher und Schwarzstorch als willkommene Nahrung.
Zahlreiche kleine Nebenflüsse, die von den Anhöhen kommen speisen ihn. Der Layerbach bei der Wolfsmühle ist der erste. Von der Quelle bis nach Teschenmoschel bleibt die Moschel jungfräulich und so kann man auf unserem Barfußpfad noch das kalte Quellwasser an den Füssen spüren oder mal kurz sein Bier in ihm kühlen.

offene Gärtnen 007
Foto:M.Franke

Doch in manchen Jahren wird der kleine Gebirgsbach zum reißenden Strom und viele haben ihn schon verflucht.  Die vielen kleinen Zuflüsse mag er dann nicht mehr fassen und springt donnernd über seine Ufer. Dann wird sein leises murmeln  zum wütenden brodeln und versetzt das ganze Moscheltal in Angst und Schrecken. Auch wir bekommen dann seinen Zorn zu spüren, mussten wir ihn doch unter der Strasse kanalisieren und so kann er die Wassermassen von den oberen Feldern nicht mehr schnell genug aufnehmen und spukt sie frech in manche Keller und Scheunen.

Video:W.Roller
Doch meistens murmelt unsere Moschel friedlich vor sich hin, erzählt mir aus vergangen Zeiten, als sie noch die vielen Mühlen speiste, plätschert fröhlich an den naturbelassenen Ufern, oder stöhnt träge in der Hitze des Sommers.

4 Gedanken zu „Die Moschel“

  1. Frage: Wie kommt die Muschel in die Ortswappen von Dörrmoschel und Teschenmoschel? Ist/war die Moschel einst „pelführend“? Im Sinne von Vorkommen der Flussperlmuschel?
    Gruß von Jörg aus dem Nordwesten (Oldenburg)

  2. Margrit, je mehr ich auf der Homepage stöbere, umso mehr gewinnst Du meinen Respekt vor dieser unermüdlichen Recherche Arbeit, diesen tollen Bildern und dem Flair, was dabei rüber kommt

    herzlichen Dank 🙂

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo