Entdecke Teschenmoschel Teil 3

Foto:M.Franke
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Im Sommer, zur Zeit der Heuernte, gehen wir auf unsere Entdeckungstour vom Bürgerhaus Richtung Dörrmoschel. Diesmal haben wir eine Strecke ohne Steigungen vor uns.

Gegenüber vom Bürgerhaus, dicht an dem Vorgarten von Haus Nr. 11, ist unsere Bushaltestelle. Der Bus fährt nicht oft am Tag und wenn man ihn verpasst hat, kann man sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Aber wenigstens kennt der Fahrer seine Fahrgäste meistens persönlich und wartet auch mal wenn ein Schulkind morgens um die Ecke flitzt. Die Haltestelle wird so ganz nebenbei in die Vorgartengestaltung des Hauses mit einbezogen. Ich liebe das Bild, wenn die Nachtkerzen die Fugen im Pflaster erobern und mit ihrem strahlenden Gelb eine einfache Haltestelle, in ein sonniges Plätzchen verwandeln.

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Schon treffen wir linker Hand, unter einem gelben Sonnenschirm sitzend, Familie Edinger vor ihrem recht großen Anwesen. Hier war früher das Teschenmoscheler Wirtshaus. Bis 1981 wurde über mehrere Generationen, neben Arbeit und Landwirtschaft, das Wirtshaus betrieben. Ich darf einen Blick in den alten Tanzsaal mit Ausschank und Sitzecke werfen. Ein schöner großer Saal war es und ich kann mir gut vorstellen, dass er auch gerne genutzt wurde.

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Rechter Hand, oberhalb einer Mauer ist ein Gemüsegarten. Jedes Jahr bestaune ich diesen Nutzgarten der immer, egal wie das Jahr ausfällt, eine reiche Gemüseernte verspricht. Die Mauer ist leider etwas hoch und so strecke ich mich neugierig um einen Blick auf die Gemüsepracht zu werfen.
Weiter Richtung Dörrmoschel kommt linker Hand unser Sportplatz. Das große Fußballfeld wird öfter von unseren Kindern genutzt. Leider haben wir noch nicht genug Fussballer für eine Mannschaft zusammen, aber ich bin mir sicher, daß wir es irgendwann schaffen werden. Rutsche, Klettergerüst und Schaukel haben schon einige Jahre hinter sich. Abgeschirmt durch eine Hecke  wirken sie meistens etwas verlassen, doch in unserem Dorf gibt es so viel zu entdecken, da wird es schwierig die Kinder für ein paar Spielgeräte zu begeistern. Der Moschelbach und die vielen geheimen Ecken im Dorf reizen da schon mehr.

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Rechter Hand sind die neueren Häuser aus der Dorferneuerung zu sehen. Bestehende Lücken wurden damals von der Gemeinde aufgekauft und als Bauplätze ausgewiesen. So war es möglich, neue Bürger in die Gemeinde zu holen, jedoch den Charakter des Dorfkerns zu erhalten. Trotzt der Vielfältigkeit der Bauweise ist dies gut gelungen.
Kurz vor dem Ortsausgang bestaunen wir die Blütenfülle bei Familie Küsters. Das Haus scheint im Blütenmeer zu versinken und selbst der Garagengiebel verschwindet unter einem Feuerwerk leuchtender Farben. Jedes Jahr kommt eine neue Gestaltungsidee dazu und so mag man sich nicht satt sehen an der schier überquellenden Blütenpracht.

Barfußweg 5
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Wir verlassen das Dorf und gehen weiter Richtung Dörrmoschel. Sanft schlängelt sich die Landstrasse entlang leicht hügelige Felder und den Wiesen am Moschelbach.
Von weitem sehen wir schon das kleine Schild „Barfußweg“. Er ist heute Ziel unserer kleinen Entdeckungstour. Karl-Heinz Hoffmann, unser Baumspezialist hat diesen Pfad in Eigenregie gestaltet und für die Allgemeinheit zugänglich gemacht. Von Ahorn, über Linde bis zur Eiche hat er die verschiedenen Laubgehölze gepflanzt und mit liebevoll gestalteten Infotafeln versehen. So steht auf dem Schild zwar „nur“ Barfußweg, doch ist dieser schmale Streifen, an der Moschel gelegen, auch ein Baumlehrpfad. Wer für seinen Garten einen Baum sucht, kann sich hier über Wuchshöhe, Wuchsform und Standortbedingung informieren. Da dieser Pfad nicht eingezäunt ist, ist auch immer wieder mit Wildschaden zu rechnen  und mir gefällt es, dass auch diese beschädigten Bäume stehen gelassen werden. Für jeden Baumliebhaber interessant den Überlebenskampf zu sehen. Auch diese Bäume bekommen eine Infotafel, auf denen genau die Entstehung des Schadens beschrieben ist.

offene Gärtnen 012So, und nun heißt es Schuhe aus und barfuss den Pfad erleben. Die unterschiedlichsten Materialien, von weich, rund über prickelnd bis leicht steinig. Doch keine Bange, wer einen Untergrund nun gar nicht an seinen Fußsohlen ertragen mag, hat immer noch die Gelegenheit ins weiche Gras zu gehen.

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Am besten gefällt mir der kleine Abstecher in den Moschelbach. Das Wasser ist meistens eisig kalt und es kostet schon Überwindung.

offene Gärtnen 007Das Ende des langen Barfußpfades grenzt an eine Wiese und wer seine Schuhe mitgenommen hat, kann über diese zurück zum Dorf gehen. Wer nicht, muss noch mal zurück und genießt stattdessen am Rastplatz die schöne Aussicht.

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Über die Wiese, kommt kurz vor dem Dorf eine kleine Brücke, die wieder hinauf zur Landstrasse führt und dann sind wir schon bald am Sportplatz angekommen und gehen zurück zum Bürgerhaus. Vom Sportplatz gibt es noch einen kleinen Geheimweg zur Rückseite vom Bürgerhaus. Gerne gehen die Kinder diesen Weg, damit sie nicht auf der Strasse laufen müssen. Verraten tue ich ihn hier nicht. Es wäre ja sonst kein Geheimweg mehr.

 

 

Ein Gedanke zu „Entdecke Teschenmoschel Teil 3“

  1. Hallo Margrit,
    jetzt waren wir gerade mal einpaar Tage weg und schon wieder ist ein schöner Bericht von Dir zu
    lesen. Ich bin erstaunt, wie aufmerksam Du alles wahrnimmst und es dann auch gleich berichtet.
    Es macht Spaß dies zu lesen und ich bin schon gespannt auf den nächsten Bericht.
    Auf bald Ingrid

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