Kohlenmeiler Stahlberg, Schlussbericht mit Video

Foto:M.Franke

Der Kohlemeiler steht zwar nicht in Teschenmoschel, doch hat unser Heinrich Lutzer  diese tolle Idee ins Leben gerufen und rund um die Uhr dafür gearbeitet.
Am 01.Mai zum Anzünden des Meilers war ich neugierig und fuhr rauf zum nahegelegenen Stahlberg.

Auf einer kleinen Lichtung lag er dann vor mir. Der Kohlenmeiler. Dick mit Grassoden abgedeckt und ein Kranz Sand um ihn. Heinrich eröffnete dann auch pünktlich um 11:00 Uhr die Kohlenmeiler-Erlebnistage und feierlich wurde der erste Kohlenmeiler auf dem Stahlberg getauft.

Foto:M.Franke

VG-Bürgermeister und Pate des Meilers Michael Cullmann taufte ihn feierlich auf den Namen „Michael der Schwarze“, was natürlich für einen Lacher sorgte, da dieses schwarz nun so gar nicht zu ihm passt, wenn man seine politische Ausrichtung kennt. Aber so ist das , „Michael der Rote“ wäre für einen Kohlemeiler unpassend gewesen und so kann man den auch mal galant über politische Ausrichtungen an solchen Tagen hinwegsehen.

Doch interessierte mich auch mehr der Aufbau eines solchen Meilers und die Geschichte um diese alte Handwerkskunst.
So schnappte ich mir wissbegierig den Köhler Hermann Gimbel und wollte ihn mit Fragen löchern. Doch hatte ich gleich bei ihm ins Fettnäpfchen getreten als ich ihm eingangs erzählte, daß ich solche Haufen in meiner Geburtsheimat auch schon gesehen hatte. Die Empörung war ihm ins Gesicht geschrieben.“ Das ist kein Haufen, sagte er, die macht man auf der Toilette. Das ist ein Meiler“ Aber er verzieh mir diesen peinlichen  Ausrutscher und so konnte ich dann doch noch einiges von ihm erfahren.

Foto:M.Franke

Schon einen Kohlenmeiler aufzusetzen ist nicht einfach, die Abdeckung eine Wissenschaft für sich und vor allem die Luftzufuhr muss gelernt sein. Da werden Löcher in den Meiler gestochen, die wohl dosiert sein müssen, will man keinen Brand im Innern produzieren sondern eine kontrollierte Verkohlung. So muss der Köhler seinen aufgesetzten Meiler auch rund um die Uhr kontrollieren. Entstehen irgendwo Löcher, kommt ein Regenschauer oder muss er rauf auf den Meiler und den Kopf nochmal festtreten. Da oben entsteht eine ganz schöne Hitze, das Schuhwerk muss danach ausgerichtet sein und der Köhler hält dort oben immer die Schaufel waagerecht. Seine Lebensversicherung. Sollte er plötzlich einbrechen, so kann er sich schnell am Schaufelstiel wieder hochziehen.

Der Meiler sackt mit der Zeit immer mehr zusammen und der Köhler erkennt an der Farbe des Rauches wann die Verkohlung abgeschlossen ist. Dann werden die Luftlöcher geschlossen, damit das Feuer erlischt und der Meiler auskühlen kann. Für mich als Naturfreundin fand ich es spannend zu erfahren, dass die austretende Essigsäure Ameisen anlockt.  Die Ameisen nehmen  diese auf und brauchen nicht selber ihre Ameisensäure zu produzieren.  So entsteht für mich ein sinnvoller Kreislauf zwischen Natur und traditionellem Handwerk.

Foto:m.Franke

Ein sehr informativer aber auch gelungener Tag über ein tolles altes Handwerk. Wer jetzt Lust bekommen hat. Bis 10. Mai kann man diese Handwerkskunst noch bestaunen, dann ist die Verkohlung abgeschlossen und die Holzkohle kann geerntet werden.

Und so sieht der Meiler am 3.Tag nach dem Anzünden aus:

5 Tage sind vergangen:
Der Meiler ist schon merklich geschrumpft. Die erste Holzkohle ist auch schon zu sehen. Genießt die Immpressionen vom 05.Mai, heute mal in SW. Auf die Bilder klicken und weiter blättern. Dann könnt ihr sie in voller Größe geniessen:

09.Mai 2018:
In den letzten Tagen wurde der Meiler gut mit Sand abgedeckt, damit er langsam abkühlen konnte. Die Verkohlung ist erreicht.
Unser Köhler Hermann Gimbel zeigte sich nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Er hätte sich eine bessere Verkohlung gewünscht. Und so beseitigte er grummelnd die Sandabdeckung und entfernte die nicht verkohlten Holzteile.

Doch bei diesem kniffligen alten Handwerk ist man vor Überraschungen nicht gefeit. Da war einmal der Sand für die Abdeckung, wo er lieber gebrauchtes Material aus einem bestehenden Meilerplatz gehabt hätte. Darin enthaltene Verkohlungsstoffe dichten einfach besser ab und der Sand rieselt nicht zwischen die Balken. Dann der unbekannte Meilerplatz auf einer Waldlichtung, wo manche Tage die Windentwicklung nicht zu kalkulieren waren.
Doch gerade diese unvorhersehbaren Situationen, zeigten mir, wie schwierig doch dieses Handwerk ist und ich fand das Ergebnis, die fertige Holzkohle klasse.

Fasziniert verfolgte ich das freilegen der Holzkohle. Hermann Gimbel mit seinen Jungs kamen da ganz schön ins Schwitzen. Immer wieder mussten Wassereimer zum Löschen bereitgestellt werden, die Kohle mit den Holzrechen aus dem Sand geharkt werden und am Ende waren alle schwarz und rußverschmiert wie ein Schornsteinfeger.

Es waren 10 faszinierende Tage von einem alten Handwerk, mit natürlichen Materialen und dem Ergebnis eines Naturprodukts. So wurde auf dem Stahlberger Meilerplatz, ganz dem Zeitgeist entsprechend „Biokohle“ produziert. Da lagen die Stahlberger doch ganz im Trend.

Ich bedanke mich für diese tollen Tage mit einem kleinen Video der Holzkohlenernte und vielleicht können wir mal wieder einen Meiler auf der Lichtung „Der frische Mut“ bestaunen.

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