Sonnenblumen in Teschenmoschel

Foto:M.Franke
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Seit letztem Jahr gibt es einen ungewöhnlichen Anblick auf manchen Teschenmoscheler Feldern. Gleich am Ortseingang begrüßt uns an der Mausmühle ein buntes Blumenfeld.
Ich freue mich jeden morgen über diese Pracht aus verschiedenen Kleesorten, Malve, Borretsch, Korn- und Sonnenblumen. Wie kommt nun ein Landwirt auf die Idee, seinen Acker in ein  Blumenmeer zu verwandeln.
Die Äcker wurden in ein 5jähriges Förderprogramm SaBa (Saum-und Bandstrukturen im Ackerbau) aufgenommen. Der Landwirt unterstützt dabei die Entwicklung der Landschaft, ihrer Pflanzenvielfalt und die Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen. Angestrebt wird die Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft, um durch Erhaltung und Förderung die Biodiversität zu sichern.

Foto:M.Franke
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Die Vorgaben für den Landwirt sind festgeschrieben und beinhalten mitunter:

  • Begrünung nach Vorgabe
  • Verzicht auf Pflanzenschutzmittel
  • Verzicht auf Düngung
  • Festlegung des Einsaattermins und des Abmähens
  • Unterlassung von Maßnahmen, die den Naturschutzzielen entgegenstehen.

Es gibt fertige Saatgutmischungen für solche Flächen und da Ernst Schulz sein Land gut kennt, wählte er eine Begrünung die am Ende des Fünfjahresprogramms Vielfältigkeit verspricht und extrem wüchsige Kräuter in Schach hält.
Kleesorten als Bodendeckung, dazwischen Malve, Ringelblume und Borretsch. Die Sonnenblumen als Blickfang. Besonders wird bei der Mischung auf die unterschiedlichen, aber auch späten Blühzeiten geachtet. Letztes Jahr bei der extremen Trockenheit mochten die Sonnenblumen nicht so recht wachsen. Dafür konnten sich Ringelblume und Malve gut behaupten. Dieses Jahr, mit dem sehr feuchten Frühjahr entwickelten sich Sonnenblumen und Kleesorten prächtig. Da hat es Malve und Co. schwer sich gegen den dicken Teppich des Klees durchzusetzen. Im Herbst wird alles abgemäht und muss auf der Fläche bleiben. Im Frühjahr wird wieder neu eingesät und so entsteht jedes Jahr, ganz nach Witterung, ein anderes Bild.

Fot:M.Franke
Fot:M.Franke

Sich durch den strengen Vorgabendschungel der Agrarumweltmaßnahmen zu kämpfen und dabei Nutzung und Bestimmungen im Gleichgewicht zu halten, bedarf schon einiger Anstrengung. Die wenigsten Menschen wissen was Vertragsnaturschutz für den Landwirt bedeutet und wie wichtig er dabei ist. Die üblichen Floskeln wie, der Landwirt pflügt alles um und spritzt alles tot, greift in unserer heutigen Zeit nicht mehr und sollte mit Bedacht geäußert werden.
Nach meiner Ansicht sind diese Förderprogramme noch nicht abschließend ausgereift. Der Landwirt müsste mehr mit einbezogen werden und nicht nur einen Vorgabenkatalog abarbeiten. Er kennt sein Land am besten und weis welche Naturschutzmaßnahme greifen könnte, oder wichtig wäre. Trotz der recht verwirrenden und komplizierten Vorgaben, hat unser Teschenmoscheler Landwirt diesen Schritt gewagt um beides, Natur und Nutzung  in Einklang zu bringen.
Es bleibt spannend, wie sich diese Flächen in Teschenmoschel entwickeln werden und wir können uns in der Förderzeit, jährlichen an ein Blütenmeer erfreuen.

Foto:M.Franke
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Ein Gedanke zu „Sonnenblumen in Teschenmoschel“

  1. Hallo Margrit,
    das hast Du ja wieder alles bestens recherchiert und auch gleich ins Bild umgesetzt. Super !
    Wir freuen uns, wenn dieser schöne Anblick auch noch andere Menschen erfreut. Wir genießen
    diese „Hingucker“ täglich und lassen uns noch zusätzlich verzaubern vom herrlichen Duft des Klees. Hhm………..!
    Die Welt ist doch einfach schön !!

    Liebe Grüße
    Ernst und Ingrid

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