WKA Wellenberg

Fotomontage
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Im Mai dieses Jahres hatten wir uns alle schon damit abgefunden, daß auf dem Wellenberg der Windpark II entstehen sollte. Nussbach hatte 3 Anlagen an der Gemeindegrenze zu Teschenmoschel genehmigt bekommen. Wir wollten eine Anlage dazu setzen um unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Zugesichert wurde uns, daß dafür der geplante Windpark Wellenberg III (3 Anlagen von Nussbach an der Gemeindegrenze zu Teschenmoschel) fallen gelassen wird.
Eine wunderbare Aussicht mit herrlichen Sonnenuntergängen blieben  in Zukunft versperrt und ich bedauerte dies sehr, akzeptierte jedoch die Ansicht unseres Gemeinderates, wenn wir sowieso 3 Anlagen von Nußbach hingestellt bekommen, wir auch ein eigens WKA davor setzten könnten.

Foto:M.Franke
Foto:M.Franke

Doch dann wurde Anfang Juni ein Schwarzstorchvorkommen dokumentiert und sämtliche Windanlagen im Umfeld wurden seitens der zuständigen Behörden gestoppt. Selbstverständlich prallten die verschiedenen Interessen an unserer Feldmark aufeinander.
Und wie reagierte Teschenmoschel? Wir als letztes Rad in diesem WKA-Dschungel standen da und staunten nur. Doch wie es für die meisten Teschenmoscheler nun mal ist, ließen wir das Ganze erstmal sacken. Derweil wachten einige Bürger mit Argusaugen über unsere Störche. Man hatte ja schon einiges gelesen in Verbindung mit Windkraftanlagen.
Die späteren Aussagen von einigen Gemeinderatsmitgliedern, „Gut, daß die Anlage noch vor dem Baubeginn gestoppt wurde. Nicht auszumahlen wenn das Fundament schon gestanden hätte!“ oder „Teschenmoschel wird auch ohne Windrad nicht untergehen!“ und von den Windkraftbefürwortern:„Ich finde es zwar schade und dem Schwarzstorch hätte es bestimmt nicht gestört, aber so sind die Bestimmungen und das akzeptiere ich!“ beruhigten mich.
Der Dorffrieden war halbwegs wiederhergestellt und wir gingen den angenehmen Dingen in unserem Dorf nach. Viele freuten sich auf die Kerwe, andere verschwanden wieder in ihren Gärten und ich als Naturfreak und Fotograf genoss die herrliche Natur und die Sichtung unserer Schwarzstörche doppelt intensiv.

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Wir alle ahnten nicht, dass im Hintergrund weiter massiv an dem Windkraftthema gerüttelt wurde und so schlug es ein wie eine Bombe, dass JUWI nun doch den Wellenberg III genehmigt haben möchte. Die ursprünglich geplanten Anlagen sind noch in der Schutzzone und so plante man 2Stck. statt 3Stck ein paar Meter zurückversetzt. Promt flatterte Alarmstufe rot, in die Briefkästen um zu informieren und wachzurütteln. Eine Genehmigung, kurz vor der neuen Bestimmung zu einem größeren Ortsabstand für die Windräder, die im Frühjahr 2017 in Kraft tritt, daß konnte es nicht sein. Die lückenhafte, im Juni/Juli erstellte Fluganalyse für unseren Storch, zeigt, daß es hier nicht mehr um eine gut durchdachte WKA-Erstellung mit Rücksicht auf den Umweltschutz und der Bürger geht.
Nichts davon war jedoch schriftlich fassbar. Alle Informationen darüber waren erstmal mündlich. Was stimmt, was ist erfunden. Diese Gedanken gingen sicher auch unserem Bürgermeister durch den Kopf. Es ist schon ein Unterschied, ob man als Bürgermeister oder Privatperson unterschreibt.  Doch Teschenmoschel, wäre nicht Teschenmoschel, wenn nicht jeder, ungefragt das in die Hand nimmt, was er gut kann und so bombadierten unser Windkraftgegner und unsere Storchliebhaber Kusel, um die Genehmigung zu verhindern.
Wie ist der Stand: Der Rote Zettel ist nur noch orange und Kusel wird wohl die Genehmigung an die neue Bestimmung unserer Landesregierung angleichen.
Derweil sitze ich hier, versuche Euch objektiv zu informieren und möchte doch viel lieber über unseren Schwarzstorch berichten. Das es seit 1914 das erste Vorkommen im weiten Umfeld ist, das es für die Ornithologen eine Sensation ist und das wir stolz sein können die grazilen Flüge dieser Vögel vom Küchenfenster aus zu sehen.

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Foto:M.Franke

5 Gedanken zu „WKA Wellenberg“

  1. Herr Faller hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, daß ich die beiden Windparks von der Bezeichnung verwechselt habe. Ich habe dieses berichtigt.
    Danke für den Hinweis.

  2. Danke für die vielen Reaktionen zu meinem Artikel via mail.
    Dieser Bericht ist eine Darstellung der Abfolge aus meiner Sicht, in meinem Schreibstil und mit meinem Humor durchsetzt. Das einzelne Worte oder Satzstellungen von den Lesern unterschiedlich interpretiert werden ist eine normale Sache. Ich verweise auf meine Freiheit als Berichterstatter in der Wortwahl und werde weiterhin direkt, neutral und unabhängig in meinem Stil berichten.
    Mir war bewusst, dass das emotionsgeladene Thema Windkraft auch hier in unserem beschaulichen Dorf Emotionen lostreten wird. Ich bin immer bemüht beide Seiten zu verstehen und zu respektieren. So soll es auch bleiben.
    Des Weiteren verweise ich auf die Kommentarfunktion. Hier kann jeder seine Meinung schreiben. Bitte lest dazu meine Bedingungen für diese Seite unter „Sie und wir ein Team“.

  3. Zur Klarstellung möchten wir noch hinzufügen, dass niemand der eine Windkraftanlage errichten läßt, einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leistet. Das Errichten einer Windkraftanlage sorgt im Gegenteil dafür, dass jeder einzelne von uns allen mit immer höheren Strompreisen belastet wird. Da die Energieversorgung mit Windkraftanlagen, übrigens auch mit Solaranlagen, nicht grundlastfähig ist, weiterhin die viel belobte Methangassythetisierung nicht in den erforderlichen großen Mengen zum Einsatz kommen kann, ist ein Scheitern dieser Energiewende deutlich erkennbar; wird von den Verantwortlichen auch klar erkannt ohne das einer den Mut hat diesen Unfug zu beenden.
    ( zu verstehen auch beim Lesen von Berichten der Energieagentur Rheinland- Pfalz.)
    Der Nutzen ist auf ein paar wenige verteilt. (Anlagenbauer, Planer und Stellflächenverpächter.) Für zuletzt genannte treten sogar paradisische Zustände ein, indem diese ohne eigenen Kapital oder sonstigen Einsatz, plötzlich von Geldschwemmen heimgesucht werden.
    Bei Rückfragen seitens der Leser stehen wir zur Verfügung.

  4. Ich bin froh, dass in unserer kleinen Gemeinde noch Einwohner vorhanden sind, die sich Ihrer Verantwortung gegenüber anderen bewusst sind und bei Notwendigkeit sofort und angemessen reagieren können.

    Danke Helmut und Ilona

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